Friedhelm Henrichs


Mit Friedhelm Henrichs ehren wir einen Menschen, der tief in Engelskirchen verwurzelt ist. Das zeigt sich schon daran, dass gleich zwei Gruppen den Vorschlag zu seiner Ehrung eingebracht haben. Die evangelische Kirchengemeinde und der Bürgerverein Hardt.

Die Mutter von Friedhelm Henrichs stammt aus Engelskirchen, bis zu ihrer Heirat war sie Kindermädchen und Haushaltshilfe bei der Familie Engels. Sein Vater, Siegerländer, hatte den Beruf des Steigers im Erzbergbau erlernt. Friedhelm Henrichs wurde in Arzheim bei Koblenz geboren. Als er drei Jahre alt war, verunglückte sein Vater tödlich. Seine Mutter kam mit ihm zurück nach Engelskirchen und arbeitete fortan bei ihren Brüdern im Familienbetrieb. Sie heiratet nie wieder.
Friedhelm Henrichs besuchte die evangelische Volksschule, direkt links neben der Christuskirche. Er machte eine Lehre zum Elektriker, arbeitet nach der Bundeswehrzeit bei Steinmüller in Gummersbach, wo er zum Teil wochenlang auf Montage war. Nach einem Studium am Technikum Düren wechselte er in den Innendienst , entwarf Anlagen und war für die Inbetriebnahme zuständig, war also immer noch viel unterwegs.
Anfang der 60er Jahre lernte er im Kirchenchor der evangelischen Kirche seine Frau Helga Glomp kennen, die wie er aus einem christlich geprägten Elternhaus stammte.

 

So war die Mitarbeit in den Gremien der evangelischen Kirche für beide selbstverständlich. Er war von 1996 – 2008  Presbyter und Baukirchmeister. I

n seine Amtszeit fiel der Bau des behindertengerechten Eingangs, die Elektrifizierung der Kirchturmuhr, der Kirchenglocken und die Installierung der Mikrophon Anlage im Gemeindehaus. Er war für die Umgestaltung und Modernisierung der Arztpraxis im ehemaligen Schulgebäude zuständig. Heute befindet sich das Malteser Hospiz in den Räumen. Bis zu diesem Jahr, in dem er seinen 80. Geburtstag feiern konnte, hat er sich immer noch um die Belegung und auch die Vermietungen im Gemeindehaus gekümmert. Auch der evangelische Friedhof gehörte zu seinem Bereich. So wurde der alte durchgerostet Zaun abgesägt, nach Kreuztal bei Siegen gebracht , neu verzinkt und wieder angeschweißt.
Seine Frau, das sei auch nicht unerwähnt, hat viele Jahre die Frauenhilfe geleitet und war dort für die Finanzen zuständig.

 

Aber nicht nur das Engagement für die Kirchengemeinde bestimmte sein Leben. Nach dem Umzug auf die Hardt begann auch das Interesse für das Engagement des dortigen Bürgervereins. Im Jahre 1984 wurde er Kassierer im Verein, 1987 sein erster Vorsitzender, 1998 gab er den Vorsitz ab, blieb aber bis 2014 als zweiter Vorsitzender im Vorstand aktiv. Das Amt des Kassierers war zu der Zeit äußerst anspruchsvoll. Die alljährliche Disco im Rahmen des Bürgerfestes zum Abschluss der Sommerferien auf dem Schulhof der Hardter Grundschule war eine legendäre und äußerst gut besuchte Veranstaltung. Für die Vereinsmitglieder organisierte er eine Reihe großer Ausflüge nach Xanten, Wuppertal oder den Biggesee.

 

Aber auch der Umweltschutz war angesagt; so installierte er eine alljährliche Müllsammelaktion im Vereinsgebiet, lange bevor Radio Berg zum Putztag aufrief. Eine Aktion, die der Verein bis auf den heutigen Tag auch durchführt.

Von besonderer Bedeutung, nicht nur für das Vereinsgebiet war aber sicher der Einsatz gegen die Müllverbrennungsanlage, die der Bergische Abfallbeseitigungsverband auf den Wiesen gegenüber der Hardt bauen wollte. Als Vorsitzender initiierte Henrichs eine Unterschriftenaktion. Mit tatkräftiger Unterstützung der Bürger- und verschönerungsvereine der gesamten Gemeinde trugen sich sage und schreibe 6051 Einwohner in die Listen ein. Sie  befürchteten eine massive gesundheitliche Gefährdung sowie die Zerstörung der Leyer Wiesen und der Aggeraue. Schließlich überreichte Henrichs 1989 dem damaligen Bürgermeister Bernhard Reuber und Gemeindedirektor Michael Pieper ein dickes Bündel mit Unterschriften. Letztendlich zeigte der Protest der Bürgerschaft Wirkung: Die Müllverbrennungsanlage wurde nie gebaut.

Als „Denkmal“ zur Wiedervereinigung pflanzte der Hardter Bürgerverein unter seiner Ägide zusammen mit dem Hardter Männergesangverein am 3. Oktober 1990 eine Buche und pflegt den Platz auf der Renn bis heute.

 

Heute hat nahezu zeitgleich die alljährliche Seniorenfeier des Vereins stattgefunden. Friedhelm Henrichs hat diese bis zum letzten Jahr federführend vorbereitet und begleitet. Mit seinem 80. Geburtstag hat er dieses Amt in andere Hände übergeben.

 

Aber nicht nur der Bürgerverein Hardt und die evangelische Kirchengemeinde haben sein Engagement nutzen können. Die gesamte Familie ist darüber hinaus mit dem Karnevalsgen ausgestattet. Davon zeugt die 50jährige Mitgliedschaft in der KG Närrische Oberberger. 25 Jahre war Friedhelm Henrichs Mitglied im Elferrat, 1980 sogar die Jungfrau im Dreigestirn.
Und dass Karneval auch ungeheuren Einsatz und Arbeit bedeutet, wissen wir alle.

Und noch eine Sache. Als sich der Förderverein Freibad Engelskirchen gründete, war er sofort dabei. Seit 2007 bis heute sitzt er regelmäßig an der Kasse.

 

Ein Ehrenamtler durch und durch!

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