Tipps, wie Sie das Beste aus dieser Situation machen.

Liebe Besucherinnen und Besucher dieser Homepage,

wir erleben zur Zeit eine Ausnahmesituation, die auch unsere Kirchengemeinde schmerzlich trifft. Zum Wohle aller und zum besonderen Schutz von alten und kranken Menschen dürfen wir uns nicht mehr in unseren gewohnten und vertrauten Gruppen treffen, und vor allem dürfen wir uns nicht mehr zum Gottesdienst versammeln. Das ist schwer zu ertragen. Aber seien Sie sicher: In Gott und im Gebet sind wir weiterhin miteinander verbunden!

Tipps, wie sie das Beste aus dieser Situation machen, gibt es viele. Hier sind nun einige Ideen, wie sie auch zu Hause geistliche Nahrung bekommen und ihr Glaubensleben bereichern können:

– Gucken Sie sich einen Gottesdienst im Fernsehen an; hören Sie einen im Radio oder bei Youtube, lesen Sie Predigten im Internet. Das Angebot ist groß! Unser Kirchenkreis an der Agger veröffentlicht täglich eine Andacht zur Tageslosung im Internet.

– Beten Sie.

Beten geht immer und in jeder Lebenslage. Seien Sie sicher, dass Gott Sie hört. Sie brauchen dazu keine besonderen Worte oder Formeln. Mir hilft es oft, mir vorzustellen, dass ich mich mit Jesus unterhalte. Dann wird mein Gebet weniger formelhaft und persönlicher.
Sprechen Sie das Vater Unser ganz bewusst und überlegen Sie, was Sie da eigentlich beten. Sonntags um halb elf wird in unserer Gemeinde die Vater-Unser-Glocke geläutet.

Abends um halb acht werden in vielen Kirchen die Glocken geläutet. Ein guter Moment um innezuhalten und uns bewusst zu machen, dass wir nicht allein sind.

Danken Sie für alles, was Ihnen einfällt. Das wird sicher ein ganze Menge sein!

Beten Sie für andere Menschen, Verwandte, Freunde, Nachbarn, Bekannte, unsere Gemeinde, unser Land… Auch hier gilt: Es kommt nicht auf die Worte an. Ein schlichtes „Gott, sei bitte bei …“ reicht.

Überlegen Sie, wofür Sie Gott um Vergebung bitten könnten, was Sie vielleicht schon lange belastet hat. Das kann schmerzhaft sein, befreit aber ungemein. Vielleicht haben Sie danach den Mut, eine Person anzurufen oder zu schreiben, bei der Sie sich entschuldigen wollen.

Genießen Sie die Stille, nehmen Sie sich Zeit, z.B. eine Viertel-, halbe oder ganze Stunde. Laden Sie Gott ein, bei Ihnen zu sein – und seien Sie sicher, er ist es! Es ist schwierig, alle Gedanken abzuschalten, aber man kann es trainieren. Manchmal passiert gar nichts und die Zeit geht nur sehr zäh vorüber, manchmal bekommt man ganz neue Gedanken. Bei meiner Zeit der Stille heute morgen kam mir die Idee, diese Tipps für Sie aufzuschreiben.

– Lesen Sie mal wieder in der Bibel.
Nehmen Sie sich ein Evangelium vor (Matthäus, Markus oder Lukas – das Johannesevangelium ist etwas komplizierter) und lesen Sie es von vorne bis hinten. Sie werden staunen, was Sie mit einmal für Verse und Geschichten entdecken!
Oder lesen Sie die Passionsberichte in allen Evangelien und vergleichen Sie sie.

Fangen Sie vorne an in der Bibel und schauen Sie, wie weit Sie kommen. Gerade das 1. Buch Mose strotzt vor tollen Geschichten und liest sich gut weg. Bei den Gesetzen ab dem 2. Buch Mose wird es etwas schwieriger, aber es spricht ja nichts dagegen, Teile zu überschlagen.

Blättern Sie einfach mal durch die Bibel. Vielleicht bleiben Sie ja bei etwas hängen, was Sie interessiert.

Bibellesepläne für jeden Tag finden Sie z.B. in den Herrenhuter Losungen, dem Neukirchener Kalender oder im Internet.

– Lernen Sie Bibelverse auswendig.

In geistlichen „Dürrezeiten“ ist es sehr hilfreich, einen Schatz von Bibelversen zu kennen.

Gerade wenn Sie nachts nicht schlafen können, können Sie statt zu grübeln, die gelernten Verse wiederholen. Mir hilft immer besonders Psalm 4,9: „Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne.“
Oder wie wäre es mit Psalm 23? Den müssen/dürfen unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden auch lernen.

Kennen Sie noch Ihren Konfirmationsvers? Oder Ihren Trauspruch, die Taufverse Ihrer Kinder? Schlagen Sie nach, wo diese Verse stehen und überlegen Sie, ob die Worte für Sie immer noch aktuell und hilfreich sind.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie diese Zeit mit Gottes Hilfe gut überstehen und grüße Sie herzlich mit den Versen, die ich gerade auswendig lerne (Psalm 62,6-9):

„Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele;

denn er ist meine Hoffnung.

Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz,

dass ich nicht wanken werde.

Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre,

der Fels meiner Stärke,

meine Zuversicht ist bei Gott.

Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute,

schüttet euer Herz vor ihm aus;

Gott ist unsere Zuversicht.“

Ulrike Stephan (Presbyterin)

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